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2008 - Auch im Kremstal: Ein Jahr für gute Nerven!
„Qualität hat ihre Basis im Weingarten“ – diese (Binsen)Weisheit hatte noch nie so viel Berechtigung wie im Weinjahr 2008. Mit so vielen witterungsbedingten Turbulenzen hatten die Winzer noch selten zu kämpfen, wie bei diesem Jahrgang. Und noch nie war das Menge-Güte-Gesetz so wichtig wie 2008. Drehen wir zunächst das zeitliche Weinrad zurück und lassen die Witterung Revue passieren.
Witterungsbedingungen im Zeitraffer
Von allen Jahreszeiten war der Winter noch am wenigsten spektakulär. Väterchen Frost zeigte sich milde und sparte auch mit Schneemengen. Trotzdem erfolgte der Austrieb im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren erst Mitte April. Die üppigen Regenfälle bedingten ein enormes Triebwachstum. Der April dehnte seine wettermäßige Launenhaftigkeit auf den Sommer aus. Schon im Frühjahr zeigte sich ein Problem, das sich bis in den Spätsommer durchziehen sollte: Unwetter waren auch im Kremstal zu verzeichnen. Der Hagel konzentrierte sich diesmal allerdings auf andere Weinbaugebiete.
Die Blüte deutete 2008 aufgrund des üppigen Traubenansatzes darauf hin, dass mit einer dementsprechenden Quantität gerechnet werden konnte.
Eine fast vergessene Krankheit – der falsche Mehltau
Dort, wo es schon während der Blüte regnete, machte sich zum extrem frühen Zeitpunkt die Peronospora (der falsche Mehltau) auf unliebsame Weise bemerkbar. Häufige Niederschläge und sogar Nebel im Juni förderten dieses unerwünschte Phänomen. Wer zu diesem Zeitpunkt den Spritztermin nach dem Kalender und nicht nach dem Bedarf im Weingarten durchführte, der hatte schon fast verspielt. Nichts war es mit Urlaub und Ferien; die Winzer, mussten sich die Basis der Qualität durch permanente Arbeit im Weingarten heuer wahrlich hart verdienen. Denn die gesamte Vegetationsperiode war von überdurchschnittlichen Regenmengen gekennzeichnet.Fulltimejob im Weingarten
Selten war so viel Weingartenarbeit notwendig, wie beim aktuellen Jahrgang. Nur eine Wärmeperiode von Ende August bis Anfang September schaffte den Winzern eine kurze Verschnaufpause und legte die Basis für die physiologische Reife in den Trauben. Mitte September endete die Spätsommerphase, und die witterungsmäßige Hochschaubahn setzte das Wechselspiel der Gefühle fort.
Es wird ein Wein sein, ….
Bei einem Blick auf den Witterungsablauf kann man es kaum glauben, dass mit dem Jahrgang 2008 unsere Winzerinnen und Winzer trotzdem Spitzenqualitäten erzeugen konnten. Und das ist das Erfreuliche: Neben all der Spreu, wird es genügend Weizen geben. Das heißt, dass wir uns um Topqualitäten keine Sorgen zu machen brauchen. Allerdings steckt hinter diesen Qualitäten jede Menge Arbeit. Selektion im Weingarten war oberste Pflicht. Denn neben Peronospora plagten auch Oidium (echter Mehltau), Botrytis (Fäulnis) und Zweigeltkrankheit (Traubenwelke) die Weinwirtschaft. Mengenreduktion, vom Ausdünnen bis zur selektiven Lese, war unumgänglich.
Besonders unsere Bio-Winzer hatten heuer wahrlich kein Honiglecken. Sie mussten an Arbeitsintensität im Weingarten beinahe Unmögliches vollbringen.
Lohn der harten Arbeit
Selten werden wir so ambivalente Qualitätsunterschiede erleben wie beim Jahrgang 2008. Nicht nur von Weinbaugebiet zu Weinbaugebiet, sondern auch von Betrieb zu Betrieb konnten diesmal die Unterschiede gewaltig sein. So auch im Kremstal!
Die Jungweine und Kremstal-Klassiker präsentieren sich zwar meist frisch-fruchtig, aber mit markanter Säure. Generell werden diese Weine etwa ein halbes Volumsprozent unter denen des Vorjahres liegen. Wer allerdings die Geduld und das nötige Nervenpotential aufbrachte, konnte Ende Oktober oder bis in den November hinein phänomenale Reserve-Qualitäten einbringen.
Auch so mancher Zweigelt oder Pinot Noir kann schon jetzt charmante Frucht vermitteln.
Das kleine Segment der Süßweine hatte im Jahr 2008 ebenfalls seinen Auftritt, und Ende Dezember sowie Anfang Jänner kamen auch die Eisweinspezialisten zum Zug.
Resümee eines abenteuerlichen Jahrganges
Auch der schwierige Jahrgang 2008 wird uns im Kremstal eine Fülle an interessanten Weinen bescheren. Von knackig-saftigen, klassischen Kremstal-Vertretern der Sorten Grüner Veltliner und Riesling bis zu kraftvollen, noblen Reserveweinen mit einigem Potential erwartet uns eine breite Palette beim Erlebniseinkauf im Kremstal!
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