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Erntebericht 2007 – ein Jahrgang der Extreme
Der milde Winter wurde seinem Namen kaum gerecht. Bis in den Mai gab es kaum Niederschläge, dafür Sonne im Übermaß. Der frühe Austrieb und Vorsprung in der Vegetation gipfelte in einer Rekord-Rebblüte noch vor dem 1. Juni: ein Zeitpunkt, der im Weinbaugebiet Kremstal bisher nur einmal registriert werden konnte. Doch am 19. Juni entlud sich über dem Kerngebiet ein heftiges Hagelunwetter, das großen Schaden anrichtete: beginnend vom Tal der Krems über Gneixendorf bis in das Gebiet südlich der Donau, besonders betroffen war die Kremser Lage Sandgrube.
Bis Ende August drängte sich ein Vergleich mit dem Hitzejahr 2003 auf. Bis Anfang September herrschte ausgesprochene Trockenheit, die erst am 5. und 6. September durch ausgiebigen Regen beendet wurde: bis zu 100 Liter fielen auf einen Quadratmeter. Zu diesem Zeitpunkt waren die Beeren der Hauptsorte Grüner Veltliner bereits im Weichwerden. Vorteilhaft erwiesen sich die gut ausgereiften, festen Beerenschalen, die sich aufgrund der Trockenheit im Sommer entwickelt hatten. Der Riesling war zu diesem Zeitpunkt in der Reife noch weit weniger fortgeschritten, die Beeren daher auch nicht so dehnbar. So konnte gerade der Grüne Veltliner das plötzliche Angebot an Feuchtigkeit in mehr Menge umsetzen. Das war 2007 durchaus erwünscht, wurde doch schon ein zu kleiner Ertrag befürchtet, ebenso ein zu säurearmer, zu alkoholreicher Weißweintyp. Die Natur stellte die Balance wieder her – und die bis dahin eher unterdurchschnittliche Ernteprognose konnte deutlich nach oben revidiert werden.
Bereits ab Anfang September – noch vor dem großen Regen – wurde im Kremstal mit der Traubenernte in den frühen Lagen begonnen, womit 2007 zu den sehr frühen Jahren zählt. Die Selektion im Weingarten war besonders wichtig, weniger wegen der ursprünglich befürchteten Fäulnis, sondern durch teils uneinheitliche Reife, besonders beim Grünen Veltliner. Die Herausforderung war dabei nicht so sehr das hohe Mostgewicht, sondern das optimale Gleichgewicht zwischen den Inhaltsstoffen und der physiologischen Reife der Beeren. In vielen Betrieben musste die Arbeit durch die Regenfälle unterbrochen werden, wodurch sich die Haupternte bis in den Oktober hinzog.
Aufgrund der hohen Zuckerreife – ein Charakteristikum für warme, trockene Jahre – war die Alkoholbildung bei der Gärung überdurchschnittlich. Schon sehr früh kamen die ersten Vorboten des außergewöhnlichen Jahrgangs auf den Markt. Die leichteren, feingliedrigen Grünen Veltliner zeigen klassische Frucht mit viel Duftcharme und angenehmen Trinkfluss durch balancierte Säure. Etwas kantiger präsentieren sich die Anfang Oktober geernteten Rieslinge. Für eine endgültige Einschätzung der später gelesenen Grünen Veltliner und Rieslinge ist es noch zu früh, Gleiches gilt auch für den im Gebiet stark vertretenen Zweigelt.
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