Headerbild - Weinbaugebiet
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Geschichtliche Spurensuche: Der letzte große Wandel

Das 20. Jahrhundert brachte für den Weinbau im Kremser Raum tiefgreifende Veränderungen mit sich. Nach der Reblauskatastrophe begann sich das Sortenbild in den Weingärten zu wandeln, reinsortige Weingärten lösten die gemischten Kulturen ab. Die Flächen verringerten sich stufenweise. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderten die Weingärten nochmals ihr Aussehen. Von der landesweit üblichen Stockkultur wurde Zug um Zug auf die leichter zu bearbeitende Hochkultur mit breiten Fahrgassen umgestellt. Eine Generation gut ausgebildeter Kellermeister setzte in den fünfziger und sechziger Jahren auch eine erste Modernisierungswelle in der Technik um, der Wein aus Krems war gefragt, der Handel florierte. Man konnte nun auch wieder Mengen produzieren und diese absetzen.

Die alljährlich ausgerichtete Prämierung, Niederösterreichische Landesweinmesse, heute „NÖ WEINmesse“, wurde in Krems institutionalisiert. Ihre statistische Entwicklung zeigt auch das Wachsen und Werden des Kremser Weines in der Nachkriegszeit. Mitte der achtziger Jahre markierte der sogenannte „Weinskandal“ einen neuerlichen Wendepunkt und ein radikales Umdenken von Masse zur Klasse setzte ein. Junge Önologen mit fundierter Ausbildung und Auslandserfahrung konnten auf eine Jahrhunderte alte Weintradition zurückgreifen und entwickelten, geführt von den erfahrenen Routiniers der Spitzenbetriebe, einen modernen, klar regionalen Weintypus. Bald zählte das Kremstal, wie das Weinbaugebiet nun seit geraumer Zeit heißt, wieder zu den besten Weißweinzonen Österreichs. Schritt für Schritt nach oben lautet die Devise, und das neue Jahrtausend führt die qualitätsorientierten Winzer der Region mit Sicherheit mitten hinein in die Elite derer, die die besten Weine der Welt erzeugen können.

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