Headerbild - Weinbaugebiet
Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5

Orte und Lagen: Rechts der Donau

Auf der rechten Seite der Donau liegt Brunnkirchen, das zum ältesten Besitz von Stift Göttweig zählte, jedoch 1529 von den Türken völlig zerstört wurde. Seit dem 18. Jahrhundert ist es wieder besiedelt. Daran schließt sich der kleine Ort Angern, über dem das Schloss Wolfsberg liegt, das im Mittelalter Sitz eines gleichnamigen Geschlechtes war. Oberhalb liegt Thallern, das wie Brunnkirchen im Zusammenhang mit der Gründung von Göttweig erstmals genannt wird. Der Ort hatte durch Braunkohlebergbau eine gewisse Bedeutung, der von 1758 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wurde. Bereits auf römische Besiedlung geht Hollenburg zurück, das 861 erstmals urkundlich erwähnt ist. Neben einem bemerkenswerten Ortskern, mit der Ruine Berchtholdstein auf römischem Fundament und spätgotischer Pfarrkirche, lädt die „Wetterkreuz“ genannte Kirche, die weithin sichtbar über dem Ort thront, zu einem Spaziergang ein.

Am rechten Donauufer liegen folgende Kremser Fluren: Der Herrentrost (46 ha) umfasst die sanft geneigten Weingärten auf Schotter und Löss in Thallern und Brunnkirchen. Hier wachsen Weißburgunder und Grüner Veltliner. Früher reichten die Besitzungen des Stiftes Göttweig bis Thallern. Vielleicht wurde der Wein den Konventmitgliedern gereicht und der Name leitet sich daraus ab. Die Rieden: Steinhagen, Brunnfeld, Herrentrost und Satzen. Daran schließt sich die Flur Frauengrund (68 ha), die in Angern und Thallern auf reinen Lössgründen liegt und in der Hauptsache vollmundige Grüne Veltliner trägt. Ihr Name dürfte wiederum vom Frauenstift herrühren, das bis ins 16. Jahrhundert ebenfalls in Göttweig existierte. Die Rieden: Maring, Schwerer Zapfen und Frauengrund. Die nach Südosten ausgerichteten Hang- und Terrassenlagen, auf denen zwischen Angern und Hollenburg Bergweinbau betrieben wird und den Flurnamen Kremser Kogl (117 ha) tragen, bestehen aus Konglomeratboden mit unterschiedlich starken Lössauflagen. Hier entstehen in windgeschützten Lagen, die vornehmlich mit Grünem Veltliner bestockt sind, ausdrucksvolle Weine mit gutem Reifepotential. Die Weingärten im Kremser Kogl sind bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Bedeutende Rieden: In Schrötten, Point, Hahn, Hollenburgern, In Schiefern, Neubergern, Langen-Hadinger, Kleedorf, Kogl, Lusthausberg, Wolfsberg, Holzäcker und Brunngraben.

Rund um das prächtige barocke Benediktinerkloster Göttweig, das in der Entwicklung des Weinbaues der Region eine entscheidende Rolle gespielt hat, liegen zahlreiche kleinere und größere Weinorte. Den größten Anteil an den Weingärten nimmt Furth in Anspruch, auf das mehr als die Hälfte der hier angesprochenen Rebfläche entfallen. Die bekanntesten Lagen heißen Gottschelle und Oberfeld, weiter unten an der Fladnitz liegt Palt, wo am Urgesteinsboden des Hochrain sehr gute Rieslinge wachsen. Weitere gute Rieden: Obere und Untere Zistel, Höhlgraben und Steinbühel. Es ist ein lohnendes Unterfangen, auch die etwas versteckter liegenden Weinbauorte Steinaweg, Paudorf, Meidling, Eggendorf, Höbenbach, Krustetten, Oberfucha und Tiefenfucha wandernd oder mit dem Rad zu entdecken. Zahlreiche Kellergassen und Heurigenbetriebe warten mit ihrer Gastfreundschaft, und manch überraschender Ausblick auf das majestätische Stift Göttweig oder das Donautal mit der Doppelstadt Krems-Stein entschädigt für die Mühe.

Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Alle Veranstaltungen 2009