Kremstal - Tourismus
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Weinland Kremstal: Der Platz an der Sonne

Da wo das strenge Waldviertel ins sanfte Donautal übergeht und die enge Wachau sich nach Osten hin öffnet, befindet sich das Weinbaugebiet Kremstal. Die Grünen Veltliner und Rieslinge, die hier gedeihen, zählen zu den besten des Landes.
Text: Klaus Egle

Wenn es so etwas wie eine „Weinhauptstadt Österreichs“ gibt, dann ist das ohne Zweifel Krems. Bereits im Mittelalter wurde hier Österreichs erste Weinhauerinnung gegründet und der Aufstieg von Krems zur freien Stadt und zu einem kulturellen, wirtschaftlichen – und natürlich weinbaulichen – Zentrum für die ganze Region ist untrennbar mit dem Rebensaft verbunden. Heute ist Krems das Herz des 1993 definierten Weinbaugebietes Kremstal, einer der besten Herkünfte für Grünen Veltliner und Riesling in Österreich. Eine Landpartie ins Kremstal verspricht also auf jeden Fall önophile Genüsse, darüber hinaus locken jedoch auch die landschaftliche Schönheit, die lauschigen Kellergassen, die Wege und Steige durch die Weingärten, historisch bedeutsame Gebäude, kulturelle Angebote und nicht zuletzt kulinarische Versuchungen vom kleinen, versteckten Heurigen über den Landgasthof bis hin zum Luxusrestaurant.

Am Anfang steht das Wetterkreuz

Unsere Expedition ins Kremstal beginnen wir – über die S 33 von St. Pölten kommend – zunächst im südlich der Donau gelegenen Teil des Weinbaugebietes nämlich in Hollenburg. Der kleine, zwischen Donau und Weinbergen fast eingeklemmten Weinbauort, der heute zur Stadt Krems gehört, ist amtlich gesehen auch deren Geburtsstätte. Bereits im Jahr 860 wurde Hollenburg nämlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt, während das älteste Schriftstück, das auf Krems hinweist aus dem Jahr 995 datiert. Für entdeckungsfreudige Weinlandpilger bietet dieser Vorposten des Kremstals die ersten Kostproben ausgezeichneter Weine und die Gelegenheit, sich einen Überblick für den weiteren Verlauf der Reise zu verschaffen. Durch die Weingärten, die hier teilweise bereits in Terrassen angelegt und nach Osten und Süden ausgerichtet sind, fährt man auf einer schmalen Straße (keine Angst, die Wegweiser sind zuverlässig!) hinauf zum „Wetterkreuz“. Die auf eine Kapelle aus dem Jahr 1651 zurückgehende Kirche, die aufgrund ihrer exponierten Lage mehrmals durch Blitzschlag abgebrannt ist, bietet nicht nur die Gelegenheit zu stiller Andacht, sondern auch einen Ausblick über die Donau und praktisch das gesamte Weinbaugebiet Kremstal.

Weinbau in der Klimaküche

Von diesem Standort aus lassen sich auch sehr gut die spezifische Lage des Kremstals und die damit verbundenen klimatischen Einflüsse auf den Weinbau erkennen und nachvollziehen. Nur wenige Kilometer nördlich – oder oberhalb – von Krems endet das Waldviertel, dessen kühle Winde in Richtung Donau hinabsinken und für eine besonders intensive Ausprägung der Fruchtigkeit in den Weintrauben sorgen. Krems selbst liegt geschützt am Fuße der Weinberge, die sich vor allem im Westen steil hinter der Stadt erheben. Die Donau, die das Gebiet sozusagen in der Mitte durchschneidet, sorgt für eine konstante Feuchtigkeit und wirkt temperaturausgleichend, was oft Frostbildung in den Weingärten verhindert. Nach Süden und Osten hin öffnet sich das enge Donautal, wodurch Ausläufer des warmen, pannonischen Klimas hier an Bedeutung gewinnen: Durch sie reifen die Trauben optimal aus, was sich in vollmundigen und harmonischen Weinen niederschlägt.

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