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Kultur, Kurzweil und Kulinarik: Im Tal für Genießer
Auf den Besucher warten neben köstlichen Weinen auch Kunstschätze, historische Ensembles, ein breit gefächertes Kulturangebot und eine lebendige Gastronomieszene, die das Tal an der Krems zu einem Schlaraffenland für alle Sinne machen.
Text: Klaus Egle
Das Kremstal hat – selbst bei nüchternster Betrachtung – gegenüber den meisten anderen österreichischen Weinbaugebieten zumindest einen entscheidenden Vorteil: Man verfügt nicht nur über eine pittoreske Weinlandschaft, sondern mit der Stadt Krems auch über ein urbanes Zentrum. Direkt an der Donau gelegen bietet Krems neben einer der sehenswertesten Altstadtkulissen des Landes modernes, pulsierendes Stadtleben mit einer Fülle an Unterhaltungs- und Freizeitmöglichkeiten. Umrahmt wird der auch weinbauhistorisch bedeutende Ort von den schönsten Weinbergen der Region die man in nur wenigen Minuten vom Stadtkern aus „erwandern“ kann. Gerade dieses fast unmittelbare Nebeneinander von Stadt und Land, von historischer Substanz und zukunftsorientierten Projekten – mit der immer vorhandenen, verbindenden Klammer des Weins – macht den besonderen Reiz dieses Weinlandes aus.
Genießen mit allen Sinnen
Gut, Wien hat ein Museumsquartier. Aber Krems hat eine Kunstmeile und die hat sonst wirklich niemand. Und das Beste daran: Die Kremser Kunstmeile ist ebenso auch eine Genuss- und Einkaufsmeile. Bevor man diese betritt, lohnt sich, vom Westen kommend ein Abstecher in die Altstadt von Stein. Dieser vorgelagert ist das Gourmethotel- und Restaurant „Förthof“ der rührigen Patronne Helga Figl, eines der ersten Lokale der Region, in denen bereits in den achtziger Jahren eine ausgezeichnete Küche und eine adäquate Weinkultur geboten wurde. Durch das Linzer Tor betritt man dann da historische Zentrum von Stein, passiert das Wohnhaus des als „Kremser Schmidt“ bekannten Barockmalers Martin Josef Schmidt, das Rathaus, die ehemalige Minoritenkirche und zahlreiche weitere Baudenkmäler, ehe man durch das Kremser Tor die Altstadt wieder verlässt.
Den fulminanten Auftakt der eigentlichen Kunstmeile macht dann die Kunsthalle Krems, ein modernes Ausstellungsgebäude, das in der Hülle eines ehemaligen Industriebaus aus dem 19. Jahrhundert entstanden ist. In diesem Spannungsfeld zwischen alter Bausubstanz und neuen Materialen wie Sichtbeton und Glas findet sich auf rund 2.600 Quadratmetern Fläche viel Raum für Ausstellungen und Installationen aus den Bereichen Bildende Kunst, Fotografie, Design und Medienkunst.
Direkt an die Kunsthalle angeschlossen ist das Restaurant „m.kunst.genuss“, das vom Feuersbrunner Gastronomiezampano Toni Mörwald betrieben wird. Die Aufgabenstellung bei der Schaffung dieses Lokals war es, den Genuss für Auge und Gaumen zu vereinen und sowohl den Besuchern der Kunsthalle als auch anderen Gästen die Möglichkeit zu bieten, beim Essen mehr als nur den Hunger zu stillen. Die luftig-moderne Architektur, die sich im angeschlossenen Glaspavillon fortsetzt, der den direkten Blick auf den weiteren Verlauf der Kunstmeile ermöglicht, schafft dafür den richtigen Rahmen. Das Lokal selbst ist in zwei Bereiche gegliedert, wobei eine Art Lounge samt Bar eher zum Kaffee oder einem Glas Wein einlädt und der Wintergarten als eigentliches Einsatzgebiet für die Küche konzipiert ist. Die präsentiert sich ebenso leicht wie erfindungsreich, vermischt Bodenständiges mit Multikulturellem und das alles auf erfreulich hohem Niveau. Ebenfalls tadellos die Weinkultur – wie es sich in einer Weinstadt gehört – und der flotte Service.
Rindfleisch und Karikaturen
Gleich vis-a-vis von Toni M’s New-Wave-Lokal findet man ein Wirtshaus der ganz anderen Art. Beim „Hofbauer“ wird Tradition und Bodenständigkeit groß geschrieben, während man Exotisches und Experimente gerne anderen überläßt. Hier wartet man dafür mit klassischem Wirtshausambiente und grundsolider Küche auf, wobei eine gute Produktqualität nie außer Acht gelassen wird. Geradezu idealtypisch bereitet man hier etwa das gekochte Rindfleisch vom Tafelspitz bis zum Schulterscherzl zu und serviert – ganz vorbildlich – das Fleisch samt ordentlichem Markknochen in der Suppe und dazu eingebranntes Kohlgemüse, Schnittlauchsauce und Apfelkren. Die Portionen sind dem Appetit hungriger Weingartenarbeiter angemessen und dem Preis-/Leistungsverhältnis kann nur schwer das Prädikat „exzellent“ verwehrt werden. Von hier aus setzt man seinen Bummel entlang der Kunstmeile bestens gestärkt fort und begegnet gleich als nächstes Österreichs einzigem Karikaturenmuseum. „Ironimus“ Gustav Peichl hat es gestaltet und sich selbst auch gleich ein Kabinett mit seinen besten Arbeiten eingerichet. Manfred Deix, dem vormals Jungen aber immer noch Wilden unter den heimischen Pinsel-Zynikern ist ebenfalls eine ständige Ausstellung gewidmet.
Wer Bilder am liebsten an den eigenen vier Wänden bewundern will, wird vielleicht in der ARTOTHEK fündig. Mehr als 1.000 Kunstwerke aus dem Besitz des Landes Niederösterreich stehen hier für den Verleih zur Verfügung – eine wahre Fundgrube für all jene, die zu Hause ab und zu einen Tapeten-, pardon, Bilderwechsel schätzen. Auf dem Weg in Richtung Steiner Tor und Kremser Altstadt passiert man das historische Weingut Undhof und das Kloster Und, ein weinkulturelles Zentrum samt integrierter Regioalvinothek und betritt schließlich die Fußgängerzone von Krems, dies sich als veritable Shoppingmeile darstellt und neben den bekannten Ketten auch noch so manchem kleinen, spezialisierten Geschäft Platz bietet.
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