Kremstal - Tourismus
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Die WinzerInnen des Kremstales luden zu "Wein & Kunst"

Man ist versucht, Steine im Wasser der Donau springen zu lassen, so nah ist dieser Fluss, wenn man vom Kremser Pfaffenberg aus den Blick schweifen lasst. Und die Aussicht von dieser Lage im Westen von Krems ist beeindruckend: Weiter nach Westen sieht man von oben auf die Unterloibner Ebene. Text: Luzia Schrampf

Die Funktion als „Tor zur Wachau“, die Krems immer schon inne hatte, wird einem bildhaft bewusst, folgt man dem Lauf der Donau in Richtung Osten, wo der mächtige Fluss durch eine Art Pforte beim Pfaffenberg bricht. Ab dort öffnet sich das Tullner Becken. Das Barockstift Göttweig auf dem Felsen über den Weinorten Furth und Palt und die Hügel des Dunkelsteiner Waldes fallen am südlichen Donauufer ins Auge. Und am nördlichen Donauufer zeichnet sich der Lösswall des Wagrams ab, der sich bis Wien zieht. Rund 400 Meter sind die Erhebungen hinter Krems hoch, die um die Stadt herum eine Art Halbkreis mit Exponierung vor allem gen Süden bilden. Sie sind direkt von der Stadt aus zu erreichen, und es lohnt sich, mehr als nur einen Blick auf die Weinterrassen von Kögl, Hund, Wachtberg und Co zu riskieren.

Die Weinlagen rund um Krems gehören zum Weinbaugebiet Kremstal, das genau 2170 Hektar umfasst und dessen Name, möchte man ganz genau sein, vom Fluss Krems, nicht vom Stadtnamen hergeleitet wurde. Das Weinbaugebiet besteht natürlich nicht nur aus der Stadt Krems, dem zentralen Ort der Region, dem bereits 1305 das Stadtrecht verliehen wurde, und den umliegenden Weinbergen. Gegen Norden hin erstreckt es sich bis Senftenberg, von dort aus über eine Art Hochplateau, auf dem auch Stratzing liegt, in Richtung Osten bis zur Schnellstraßenverbindung nach Langenlois und weiter Richtung Osten bis Gedersdorf. Im Süden reicht es über die Donau bis zum Stift Göttweig und Donau abwärts bis kurz nach Hollenburg.

Bodenmäßig dominieren im Kremstal vor allem zwei Arten: Löss im östlichen Teil, eiszeitlicher Flugsand, der einen sehr kompakten Untergrund mit hoher Wasserspeicherkapazität bildet, und Urgesteinverwitterungsböden im Westen, welche die Ausläufer der kristallinen Steinböden der Böhmischen Masse sind und sich nicht nur für Riesling bestens eignen.

Dieser und der Grüne Veltliner sind die wichtigsten Sorten der Region, die hier geradezu ideale Bedingungen vorfinden, um ihre Stärken auszuspielen: die vielfältige und ausgeprägte Aromencharakteristik, die Grüner Veltliner je nach Boden haben kann, und die einzigartige Fähigkeit von Riesling, das Terroir einer Lage in die Flasche zu transferieren. Natürlich finden sich auch andere Rebsorten, vor allem weiße aber auch rote, die sich in dieser Region seit langem bewährt und ihren Platz innerhalb des Rebsortenspektrums der Region erobert haben.

Das eingeschnittene Flusstal ist gut geschützt gegen die kühlen Winde aus dem Norden, die Ausläufer des pannonischen Klimas vom Osten her sind hier noch relativ deutlich auszumachen. Die Wasserfläche der Donau wirkt als zusätzlicher Klimaregulator. Spannend und entscheidend für den Weinbau sind jedenfalls die Kleinklimate, die sich aus Topographie und Exponierung der Lagen ergeben und die jedem Wein eigenständiges Potenzial verleihen.

Wein, Historie und Kultur verbinden sich in dieser Gegend auf einzigartige Art und Weise. Die gesamte Region bis hinauf nach Senftenberg erlebte bereits im Mittelalter eine Hochblüte. Heute manifestiert sich diese Geschichte vor allem in den Gebäuden, den Plätzen und Straßenzügen, die nicht nur der Stadt, sondern auch den umliegenden Weinorten ein reizvolles Ambiente verleihen. Nicht umsonst hat die UNO der Stadt Krems den Status eines Weltkulturerbes verliehen.

Aber man lebt hier nicht von der Geschichte allein: Moderne Kunst ist allgegenwärtig unterstützt durch die Institutionen der Kunsthalle und des Karikaturenmuseums, die immer wieder aktuelle Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Populärkultur in die jeweiligen Häuser bringen. Außerdem hat Krems gemessen an der Einwohnerzahl eine auffallend hohe Dichte von hervorragenden, sogar „behaubten“ Restaurants vorzuweisen. Legendär ist auch die lebhafte Beislszene von Stein, in deren Lokalen natürlich die Weine der umliegenden Regionen ausgeschenkt werden. Und wer es gemütlicher angehen und sich ein bisschen abseits der belebten Tourismus-Pfade bewegen möchte, findet im gesamten Kremstal urige Heurige, in denen man die ursprüngliche Funktion dieser Einrichtungen, selbst produzierte Speisen zum Wein auszuschenken, nicht vergessen hat.

Eine gute Gelegenheit, das Gebiet zu ergründen, bot sich am Wochenende vom 24. und 25. September 2004. In der Kunsthalle lud man zu den Ausstellungen von Gauguin bis Nolde oder Susanne Wenger – An einem heiligen Fluss in Afrika. Gleichzeitig stellten 29 Winzer Proben ihrer Weine zur Verkostung bereit. Eine perfekte Gelegenheit, zwei Genussaspekte zu verbinden und zu überprüfen, wie die duftigen Rieslinge und die komplexen Grünen Veltliner des Kremstals zu den farbintensiven und ausdrucksstarken Gemälden von Gauguin und Mikl passen. Diese einzigartige Mischung aus Kunstmeile und Kreszenzen wurde auch in die Winzerkeller verlängert, die an diesem Wochenende ihren Tag der offenen Tür abhielten.

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